Oh Pralinen!

An einem regnerischen Samstagnachmittag im Februar wurden wir, eine kleine Gruppe unbekümmerter Bürger, in einen mit Neonlicht beleuchteten, weiß gekachelten und völlig sterilen Keller gebracht.
In diesem Keller gab es nichts außer einem riesigen metallernen Tisch, Plastiktabeletts mit verschiedenen skurielen Instrumenten und ungefähr 20 Liter geschmolzener Schokolade.
Oooouhja!

Der Keller gehört zum Café Peerbooms in Kempen, das mittlerweile ziemlich viel damit zu tun hat Gruppen von bis zu 20 Leuten (meistens Frauen, weil, was sonst?) beizubringen wie man professionell Pralinen macht. Vermutlich wäre ich von alleine nie darauf gekommen an einem Pralinenseminar teilzunehmen, aber es war ein Weihnachtsgeschenk, bingo! Super Idee, also hin da.

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Wir standen also in hübschen Einmalkitteln um diesen riesigen Metalltisch und jeder bekam ein Tablett mit einem Pralinenbesteck. Vor uns blubbelten 4 große Pötte in denen die Kuvertüre auf der richtigen Temperatur gehalten wurden. Zu unserem großen Vergnügen durften wir hin und wieder mal mit einem großen Spachtel darin herumrühren. Allerdings beschlich mich bei dem Anblick des ganzen Profiequipments langsam der Verdacht, dass es mir hier echt passieren könnte, dass ich mich völlig blamiere. Pralinen habe ich nämlich vorher noch nie gemacht und der letzte Versuch Karamellbonbons herzustellen ist geradezu lächerlich schief gegangen.
Aber mein Verdacht war völlig unbegründet, denn der Kurs war natürlich absolut idiotensicher 😀

Um die einzigen zwei Dinge, bei denen wir wirklich etwas hätten falsch machen können, mussten wir uns gar nicht kümmern. Das war zum Einen die richtige Temperierung der Schokolade, wofür in diesem Kurs die Kübel auf dem Tisch gesorgt haben. Es ist nämlich ganz wichtig, dass die Schokolade nie zu heiß wird, damit sie – einfach ausgedrückt – nach dem Abkühlen nicht scheiße aussieht. Sie darf auch nicht zu kalt sein, damit sie nicht klumpt. Darum der Tipp für uns Amateure zu Hause: Erstmal mit Zartbitterkuvertüre übern, die darf am wärmsten, nämlich 34,5°C, werden und verzeiht auch kleinere Temperaturschwankungen.
Das Zweite war das Gießen von Hohlformen. Damit wir möglichst viele verschiedene Sorten von Pralinen herstellen konnten, wurden für uns schon fertige Hohlformen bereitgestellt und zwar ovale Formen zum befüllen und Kugeln für Trüffel. Diese Formen zu Gießen hätten wir allein zeitlich überhaupt nicht geschafft, da sie erst völlig aushärten müssen bevor man damit weiter arbeiten kann und, tja, ich tippe mal einiges an Übung brauch man dafür auch.

Kommen wir nun aber zu den Pralinen!

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Wie schon erwähnt wurde für uns einiges vorgearbeitet, damit wir auch wirklich alle mit einem so schönen Ergebnis wie oben nach Hause gehen konnten. Die eckigen Pralinen bestanden aus einer Pistazienmarzipanmasse, die wir im Grunde nur hübsch überzogen haben. Die ovalen Förmchen wurden wahlweise mit Joghurt-, Kaffee- oder Beerencreme gefüllt und mit einem Schokodeckelchen verschlossen. Die Trüffel zu machen hat am meisten Spaß gemacht, denn man musste sie nicht nur mit einer riesigen trichterförmigen Befüllspritze (es gibt da bestimmt noch ein intelligenteres Wort für) befüllen und die Eierlikörfüllung war nicht nur extrem lecker, sondern man durfte sie am Ende auch auf diesen berüchtigten Gittern herumrollen und Unfug damit machen.
Meine persönlichen Favoriten waren allerdings die kleinen Türmchen, dessen genauen Namen ich vergessen habe. Sie bestanden aus einem runden Boden aus Marzipan, darauf einem Klecks Ganache und darauf dann drei kleine geröstete Haselnüsse. Nachdem dieses Türmchen dann fest geworden war, würde es einmal kopfüber in eine Sorte Schokolade und dann mit dem Boden in eine andere Sorte getaucht. Richtig gut!

Nachdem wir dann in einer ausartenden Schokoladenschlacht alle Pralinen mit Streifen, Herzchen und glitzerndem Streugut verziert hatten, konnte dann jeder zehn selbstgemachte Pralinen, eine Menge guter Tipps und ein orgninal Hilfs-Chocolatier-Zertifikat mit nach Hause nehmen.
Mein Fazit aus dem ganzen Seminar: Pralinen machen ist an sich super einfach, wenn man eine zuverlässige Wärmequelle hat, nicht zu viel Eierlikör in die Ganache tut und nicht vergisst immer erst in die helle und dann in die dunkle Schokolade zu tunken 😀

 

 

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