Aachener Printen – so macht’s der Profi, so machen wir’s

Nach einiger Überlegung zum Thema Printen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das Hexenhaus aus Hänsel und Gretel aus Aachener Printen gebaut worden sein muss. Printen sind das einzige Material, das so hart ist, dass man ein Haus daraus bauen und es danach oder währenddessen immer noch essen kann.Und ich habe jetzt sogar auch gelernt warum! Printen bestehen nämlich ausschließlich auch Zucker, Mehl und Gewürzen. Da is kein Gramm Fett drin. Keine Butter, kein Öl, nix. Hab ich vorher nicht gewusst, erklärt aber einiges! Schließlich werden die Printen von einigen gemieden, weil sie so verflucht fest sind und wenn sie dann noch in der traditionellen Dachschindelgröße daherkommen ist quasi gar kein Beigehen mehr. Aber mittlerweile gibt Printen ja in allen Formen und Farben, in fest und weich, groß und klein, mit Schokoüberzug, Mandeln oder ganzen Haselnüssen. Habe ich alles gelernt. Ich hatte nämlich die Möglichkeit mir im Rahmen einer Bäckereibesichtigung mal ganz genau erzählen zu lassen, wie sich das mit den Printen so verhält. Die Backstube, die wir besucht haben, gehört zu der Printenbäckerei Klein, die seit anno knack hier in Aachen das berühmte Gebäck herstellt. Wen es interessiert, der kann sie sich hier mal ansehen.

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Ich war tatsächlich überrascht, was man bei so einer kurzen Besichtigung alles cooles erfahren kann. Zum Beispiel, dass der fertige Teig, der wie gesagt nur aus Zucker, Mehl und Gewürzen besteht, einfach mehrere Tage in der Bäckerei rumliegt um durchzuziehen und dabei knüppelhart wird. Kann ja nicht schimmeln. Da ist neben keinem Fett, nämlich auch kein Ei drin. Das was den Teig beieinander hält ist Zuckersirup (der auch in den meisten anderen Lebkuchen Rezepten ist) und sonst eigentlich nichts. Wir stellen an dieser Stelle fest: Printen sind 100% vegan. Damit sind die Dinger nicht nur lecker und stabil, sondern auch noch tierlieb.

Natürlich hat uns der Herr Bäcker Klein nicht genau erzählt was in ihren Printen so drin ist, denn jeder Bäcker hat natürlich sein eigenes feierliches Printenrezept. Tja, wenn das so ist, haben Hannah und ich uns gedacht, dann machen wir auch unser eigenes Printenrezept und das ist jetzt schon ein kleiner besonderer Moment, da wir also unser erstes eigenes Rezept hier publizieren. Also aufgepasst!

Für die Printen braucht man:

600g Mehl vom Typ 550

500g Zuckerrübensirup

100g Zucker

150g braunen Kandiszucker

3-4 TL Lebkuchengewürz (nach Geschmack)

1/2 TL Potasche

1 Msp Natron

ein bisschen Milch

Den Zucker mit dem Sirup und ein wenig Wasser in einem Topf auflösen. Während das ein bisschen abkühlt, den Kandis fein zerstoßen. Tut man das nicht, oder nur ein bisschen, wirft der Zucker beim Backen kleine Blasen. Ist auch nicht schlimm, die Printen sind dann nur eben nicht so schön glatt und ebenmäßig.

Das Mehl, den Kandis und das Lebkuchengewürz in einer Rührschüssel vermengen. Das Natron und die Potasche in einem EL Wasser auflösen und zusammen mit dem Sirup in das Mehl einarbeiten. Dafür nimmt man am besten die Knethaken des Handrührgeräts und sobald der Teig einigermaßen gebunden ist die Hände. Nicht erschrecken, der Teig ist sehr klebrig. Nachdem man ordentlich geknetet hat, wird der Teig in Frischhaltefolie eingewickelt und darf ruhen. Dabei gilt wie immer: je länger, desto besser. So um die 3 Std sollte man ihm schon gönnen. Er muss nicht unbedingt in den Kühlschrank, aber an einen möglichst kühlen Ort.

Nach der Ruhezeit den Ofen auf 200°C vorheizen und den Teig auf ca. einen halben Zentimeter dick ausrollen. Den Teig in Wunschgröße und -form schneiden (klassisch sind längliche Rechtecke  ca. 3x8cm groß), auf mit Backpapier ausgelegten Blechen mit ein wenig Abstand verteilen und mit Milch bestreichen. Mittig im Ofen für ca. 10 min backen und voila!

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3 Gedanken zu “Aachener Printen – so macht’s der Profi, so machen wir’s

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