Das Hoffmanns in Mönchengladbach – oder warum alle coolen Kids Fladenbrot essen


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Wenn wir ganz ehrlich sind, ist Mönchengladbach nicht unsere Lieblingsstadt. Wer kann es uns verdenken; Die Innenstadt ist unschön, die Öffis fahren gefühlt nur bis die Sonne untergeht und das allgemeine Stadtbild ist geprägt von Jogginghosen und losen Baseballcaps. Umso beruhigender ist für uns, dass wir dort eine kleine studentische Oase gefunden haben, in der man in Ruhe Kaffee trinken und Bulgursalat, dem Hip-Essen des Sommers, essen kann. Genaugenommen sind es sogar 2 kleine Oasen. Das Hoffmanns ist expandiert und hat jetzt neben seinem Stammgeschäft an der Hochschule noch ein großzügigeres Café in der Innenstadt, direkt gegen über vom Minto, dem großen Einkaufszentrum Mönchengladbachs. Die meisten Bilder in diesem Beitrag sind in der neueren Filiale entstanden, die großzügig, hell und freundlich ist. Sie ist, genau wie das Stammgeschäft auch, liebevoll mit gebrauchten Vintagemöbeln eingerichtet, von denen manche auch nur graaade so eben am Sperrmüll vorbeigeschrabt sind. Bei unserem letzten Besuch wäre ich beinahe in einem alten, weißen Ledersofa versunken. Aber was soll’s, es ist authentisch. Es gibt Läden, die ums Biegen und Brechen versuchen einen Shabby-Chic-Look hinzubekommen und aussehen wie ein lächerliches Möbelhaus (siehe dazu z.B. „Barbarella“ in Aachen), aber hier klappt es. In der Filiale an der Hochschule sogar noch besser. Wenn man erstmal bemerkt hat, dass es hinter dem Selbstbedienungstresen noch weiter geht, kommt man in einen mit roten Ziegeln ausgekleideten Raum im Souterrain. Dort kann man sich dann aussuchen ob man lieber am großen Tisch mit den alten Schulstühlen, einer mit rotem Samt bezogenen Kinoreihe oder in 70er-Jahre Sesseln unter dem Gemälde eines röhrenden Hirsch Platz nehmen möchte. Wenn man das so liest, klingt es schon fast wieder klischeehaft, aber wenn, dann war die Einrichtung vor dem Klischee da. Nichtsdestotrotz ist das Hoffmanns (an der Hochschule) natürlich das Paradebeispiel eines coolen Hipster-Studenten-Abhäng-Coffeeshops. Schon allein durch die Lage wird der Laden größtenteils von Studenten bevölkert, meistens Modestudenten und wenn die nicht hip sind, wer ist es dann?

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Angepasst ans Klientel sind auch die Preise. Einen Macchiato gibt es ab 2,20€ und belegte Fladenbrotviertel für um die 2,50€. Diese Fladenbrote sind übrigens legendär. Es gibt X verschiedene Sorten, bei Bedarf auch vegan und wer sich traut kann sie nach dem Erwerb ganz selbstständig so viel toasten wie er will! Einziges kleines Manko: Den Kaffee gibt’s im Pappbecher, auch wenn man sich für 3-4 Stunden in den hinteren Teil des Shops verzieht und über Gott und die Welt redet, DENN eins muss man dem Selbstbedienungskonzept ja lassen, wenn der Service auch nicht vorhanden ist, so gibt es auch keine ungeduldigen Kellner, die dir auf die Finger schauen und dir das Gefühl geben, du müsstest jetzt noch einen dritten Kaffee bestellen, damit du deine Legitimation da zu sitzen nicht verlierst. Jap, und so kommt es, dass Hannah und ich da schon so manchen Nachmittag verbracht haben.

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Die 2. Filiale ist dann doch ein wenig eleganter. Zwar gibt es auch hier den altbewährten SB-Tresen und die urigen Möbel, durch die große Fensterfront strömt allerdings viel Licht und macht das Café hell und freundlich. In der Decke sind große goldene Vertiefungen, die mich aus irgendeinem Grund an ein römisches Bad erinnern. Den Kaffee gibt es hier natürlich in richtigen Tassen und Snacks und Kuchen von den kitschigsten Blümchentellern die in einer großen Sammelaktion aufgetrieben werden konnten. Ich habe das Gefühl, dass für diese größere Filiale das Sortiment etwas erweitert wurde und man jetzt noch mehr belegte Brote außer Fladenbrot (siehe erstes Bild) bekommt, genauso wie großartigen Erdbeer- und Käsekuchen.

Wenn jetzt noch die Baustelle, die durch den Abriss des hässlichen grauen Kastens, der vor dem Hoffmanns stand, beseitigt ist, gibt es vermutlich keinen besseren Ort um in Mönchengladbach eine kleine Kaffeepause zu machen.

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